Liebe Schwester unter der Erde,

bitte komm wieder her. Du kannst auch in meinem Bett schlafen. Wir können zusammen in meinem Bett schlafen, weil ich hab ja ein großes Bett. Aber wenn du lieber alleine im Bett schlafen willst, kannst du das auch. Dann schlafe ich auf dem Fußboden, das ist überhaupt kein Problem.

Vielleicht geht das nicht, dass du wieder herkommst, weil einer von uns tot sein muss. Weil sonst wärst du längst schon wieder hier, oder? Weil Todsein ist doch bestimmt ziemlich langweilig. Wenn einer von uns tot sein muss, dann können wir uns doch abwechseln mit dem Todsein. So, wie wir uns im Kindergarten mit dem Schaukeln abwechseln, wenn viele Kinder schaukeln wollen. Dann bist du fünf Minuten tot oder einen Tag oder so, und dann ich und dann wieder du und immer so weiter.

Oder wir teilen die Behinderung nochmal neu auf. Dann können wir beide den halben Körper bewegen und mit einem Auge sehen, und wir haben beide ein bisschen Behinderung, aber niemand so viel, dass er daran sterben muss. Dann können wir beide ein bisschen spielen und ein bisschen lachen und ein bisschen sprechen und ein bisschen singen.

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3 Gedanken zu “Liebe Schwester unter der Erde,

  1. Ich wollte dir nur mal sagen, was für einen wunderschönen Blog du hast. Das weißt du sicher schon, aber ich sage es gerne nocheinmal. Er ist so berührend und trotzdem von einer kindlichen Leichtigkeit geprägt, die einem zeigt, was wirklich bei solchen Themen zählt. Die einen daran erinnert, was wirklich wichtig ist und sich nicht immer so zu verhalten, „wie es sich gehört“.
    Ich weiß nicht, ob du das Buch „Der Schwimmer“ von Zsuzsa Bánk kennst, aber eure Schreibstile sind sehr ähnlich, finde ich.
    Die Thematik ist zwar eine andere, aber da ich ihr Buch sehr mag und du ähnlich schreibst, habe ich deine Beiträge nahezu verschlungen.

    Mach auf jeden Fall weiter so und erinnere uns, die wichtigen Dinge des Lebens mit Kinderaugen zu sehen!

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    1. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar, es freut mich sehr zu hören, dass dir der Blog gefällt.
      Es freut mich auch sehr, dass du auch diese Leichtigkeit in den Texten spürst, weil die gehört auch dazu.
      Das Buch kenne ich nicht, werde ich dann aber mal lesen 🙂 Der Schreibstil bei mir kommt einfach so, ohne dass ich etwas dafür kann, er gehört einfach zu der Igel-Prinzessin und mir, und immer wenn ich davon schreibe, ist er plötzlich da…

      Ich danke dir!

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