Es kann sein, dass ich Angst habe

Es kann sein, dass ich Angst habe. Manchmal.

Es kann sein, dass ich Angst habe, dass jemand stirbt. Es kann sein, dass ich Angst habe, zu vergessen. Es kann sein, dass ich Angst habe, zu verlieren. Es kann sein, dass ich Angst habe, vor dem Weinen und davor, nicht weinen zu können. Es kann sein, dass ich Angst habe, zu schreien und davor, nicht wieder damit aufhören zu können. Es kann sein, dass ich Angst habe, vor dem Chaos und vor dem Kaputtgehen meiner Pläne und Träume. Es kann sein, dass ich Angst habe, die Orientierung zu verlieren und nicht zu wissen, wohin. Es kann sein, dass ich Angst habe, mich zu bewegen und gleichzeitig davor, stehenzubleiben. Es kann sein, dass ich Angst habe, vor der Zeit. Es kann sein, dass ich Angst habe, vor dem Tod.

Es kann sein, dass ich Angst habe, vor meiner eigenen Energie und Freude und meiner Geschwindigkeit. Es kann sein, dass ich Angst habe, vor dem Leben. Manchmal.

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6 Gedanken zu “Es kann sein, dass ich Angst habe

  1. Es kann sein, dass wir diese Angst alle haben. Manchmal.

    Aber die Art, wie du diese Gefühle in Worte kleidest ist irgendwie so natürlich, so unumwunden. Dadurch konnte ich mich nicht nur direkt damit identifizieren, sondern hatte auch das Gefühl, dass ich die Angst eigentlich ein bisschen weniger verstecken und mich ein bisschen weniger schämen müsste.

    Jedenfalls ist dieses unumwundene, authetische und in meiner Assoziation irgendwie auch etwas kindeliche genau das, was an dem Stil in dem du hier (sprich in dem gesamten Blog) schreibst so mag. Du nimmst einfach das Gefühl und verkomplizierst es nicht, analysierst es nicht übermäßig. Dadurch berührst du (zumindest mich) immer wieder ganz tief. Ich glaube, ich könnte nie so schreiben, Respekt dafür. Manchmal wünschte ich, ich könnte meine Gefühle so annehmen wie du sie in deinen Texten nimmst und einfach sein lässt.

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  2. Liebe Lea,
    ich danke dir sehr und freue mich, dass du dich in dem Text wiederfinden konntest.

    Früher habe ich oft sehr lange an einem Text „herumgedoktert“ und war doch nie wirklich zufrieden damit. Jetzt, eigentlich erst mit dem Blog, habe ich für mich gelernt, loszulassen. Ich weiß, dass die Texte nicht perfekt sind, und ich bin auch nicht immer hundertprozent zufrieden damit. Aber dafür sind es eben Momentaufnahmen, und die müssen vielleicht gar nicht so perfekt sein, wie wir immer denken. Also…vielleicht ist das etwas, was man für sich lernen kann, das Hinnehmen des Unperfekten.

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